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Online Petition “Rettet MySQL!”

Beitrag vom: 2. Januar 2010 um 08:48:19 Uhr. 24 Kommentare »

Zitat:

Wenn Oracle sich MySQL als Teil von Sun einverleibt, bezahlen die Datenbankkunden die Rechnung.

Im April 2009 machte Oracle die Mitteilung, die Übernahme von Sun vereinbart zu haben. Da Sun im Vorjahr MySQL übernommen hatte, würde somit Oracle, der Marktführer bei Closed-Source-Datenbanken, MySQL erwerben, die beliebteste Open-Source-Datenbank.

Wenn Oracle auf diese Weise in den Besitz von MySQL gelänge, hätte es das Höchstmaß an Kontrolle, das man sich über ein Open-Source-Projekt erkaufen kann. Für die meisten Open-Source-Projekte (wie Linux oder Apache) gibt es gar keine vergleichbare Möglichkeit für einen Konkurrenten, sich auch nur ein Zehntel soviel Einfluss zu erkaufen. Aber der Erfolg von MySQL hing immer von dem Unternehmen ab, das hinter dem Produkt steht, es entwickelt, bewirbt und vertreibt. Diese Firma (anfangs MySQL AB, später Sun) hat stets die wichtigen geistigen Eigentumsrechte gehalten, insbesondere die Marke, die Urheberrechte und (wenn auch bislang nur für defensive Zwecke) Patente. Die Firma hat diese Schutzrechte eingesetzt, um Einnahmen zu generieren, von denen ein großer Teil in die weitere Entwicklung floss, so dass mit der Zeit nicht nur die Firma größer, sondern auch das Produkt besser wurde.

Wenn diese geistigen Eigentumsrechte MySQL’s hauptsächlichem Konkurrenten in die Hände fallen, hört MySQL auf einen Schlag auf, eine Alternative zu Oracle’s eigenen Hochpreisprodukten zu sein. Bislang hatten Kunden die Wahlmöglichkeit, MySQL anstatt von Oracle-Produkten in neuen Projekten einzusetzen. Manche großen Unternehmen sind sogar für bestehende Softwarelösungen von Oracle auf MySQL umgestiegen (“migriert”). Und jeder Kunde konnte in glaubwürdiger Weise Oracle’s Vertriebspersonal damit drohen, MySQL einzusetzen, wenn kein großzügiger Rabatt eingeräumt wurde. Wenn Oracle aber selbst MySQL besitzt, wird es nur müde lächeln, wenn Kunden so argumentieren. Alleine schon die Ausschaltung dieses Problems hat für Oracle einen Wert von etwa 1 Milliarde Dollar pro Jahr, wenn nicht mehr.

Hier geht es zur Petition: Klick mich

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Topics: Allgemein | 24 Kommentare »
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24 Antworten zu “ Online Petition “Rettet MySQL!” ”

  1. Tweets that mention | xtcModified eCommerce Shopsoftware -- Topsy.com sagt:

    [...] This post was mentioned on Twitter by Torsten Krüger, Torsten Krüger. Torsten Krüger said: Neuer Blog-Eintrag: http://bit.ly/4Subl1 [...]

  2. Fresh From Twitter « Ecommerce Development sagt:

    [...] Blog-Eintrag: Online Petition u201cRettet MySQL!u201d http://bit.ly/4Subl1 #xtcModified #xtc #eCommerce #Shop #MySQLhttp://ecommerce.ee/tag/simple-site-big-profits Five ways [...]

  3. Benny sagt:

    Das klingt ja ganz böse.
    Hoffe die Petition bringt etwas und MySQL bleibt Open Source.

  4. guensi sagt:

    Nun, zumindest der Protest dagegen kann nicht schaden. Denn wenn ein Konzern so mir nix dir nix das Wissen und die Arbeit einer weltweiten Community vereinnahmen kann, dann ist das der Anfang vom Ende von Open Source. Deshalb hab ich meinen Einspruch dagegen gerade eingelegt und auch entsprechend begründet. Es kann nicht sein, dass eine Communtity jahrelang das Wissen zusammenträgt und eine fundamentale Basis für die Verarbeitung von Informationen aufbaut, nur damit dann ein Konzern (Ach der sitzt in den USA – interessant) das auf einen Schlag abgreifen und vermarketen kann.

    Wer meint ihn ginge das nichts an, der soll doch mal nachschauen unter welchem Protokoll seine Datenbank läuft …

  5. Dokuman sagt:

    Hintergrundinfos: http://www.golem.de/0912/72121.html

  6. vr sagt:

    Hmm … das Thema ist komplexer:

    Da gibts zum einen anscheinend einen Interessenkonflikt des langjährigen Chefentwicklers von MySQL, leider nur in Englisch:

    http://ostatic.com/blog/oracle-mysql-and-the-gpl-dont-take-montys-word-for-it

    Sinngemäß wird dort gesagt: Widenius zettelt die Kampagne deswegen an, weil er selbst an einem Fork (den er gemäß o.g. Artikel bereits durchgeführt hat) gut verdienen kann, solange er diesen selbst DUAL, also nach zwei Lizenzmodellen, lizensieren kann, GPL + ein anderes, weniger restriktives, zb BSD. Bekommt aber Oracle die volle Kontrolle über MySQL, indem sie durch den MySQL-Erwerb auch das Markenzeichen kaufen, besteht diese Möglichkeit für andere Firmen als Oracle schon allein wegen dem Markenrecht nicht mehr.

    Bei der Gelegenheit wird kräftig das Lizenzmodell GPL unter Beschuss genommen, von Verfechtern konkurrierender Lizenzmodelle, der BSD-Gemeinde bspw. Das dürfte auch der Grund sein, warum Richard Stallman sich in die Geschichte eingeschaltet hat. Andererseits gibt es Beispiele für erfolgreiche Forks ehemals kommerzieller Projekte, zb Mambo -> Joomla oder Interbase -> Firebird.

    Persönliche Meinung: Dass Oracle selbst mittelfristig etwas davon hätte, MySQL zu killen, halte ich für unwahrscheinlich. Denn MySQL- und Oracle-Datenbanken haben in ihren typischen Einsatzbereichen wenig Überschneidungen. Vom Funktionsumfang ist ein MySQL-Server verglichen mit einem Oracle-Server ein Spielzeug.

    Und schließlich gibt es freie open-source Alternativen zu MySQL, bspw Postgres und Firebird, die beide im Gegensatz zu MySQL keiner Firma gehören und deswegen auch nicht gekauft/verkauft werden können. In Zeiten von Marktkontrolle durch Übernahme von Konkurrenten ein unschätzbarer Vorteil. Zudem sind beide Alternativen vom Leistungsumfang eher in der Liga von Oracle als in der von MySQL.

    Die Anforderungen von xtcModified an den Datenbankserver sind (noch) so gering und SQL-standardkonform, dass eine Portierung zu irgendeinem anderen Datenbank-Backend vermutlich keinen Monat dauern würde. Evtl wachen durch das Hickhack um MySQL jetzt einige Hoster auf und sehen sich mal nach Alternativen für ihre Kunden um. Der Datenbankszene würde das sogar gut tun.

    Grüße, Volker

  7. Tomcraft sagt:

    Interessante Meinungen hier! Ich bin mal gespannt, wie es da weiter geht.

    Grüße

    Torsten

  8. baustelle sagt:

    Selbst ich habe das Thema halbwegs verstanden und die Petition gerade unterzeichnet.

    Danke für die Hintergrundinfos, vr, deshalb habe ich auch die 3) markiert. Denn keine Petition der Welt wird die Machtspielchen geldgei°er Manager aufhalten können. In dem Zusammenhang, guensi, ist mir USA dann immer noch lieber, als China.

  9. baustelle sagt:

    Kampf um das Überleben von MySQL

  10. Tomcraft sagt:

    Danke für die Pressemeldung!

    Das geht ja gut voran mit der Unterschriftensammlung!

    Grüße

    Torsten

  11. guensi sagt:

    baustelle sagte:
    Selbst ich habe das Thema halbwegs verstanden und die Petition gerade unterzeichnet.

    Danke für die Hintergrundinfos, vr, deshalb habe ich auch die 3) markiert. Denn keine Petition der Welt wird die Machtspielchen geldgei°er Manager aufhalten können. In dem Zusammenhang, guensi, ist mir USA dann immer noch lieber, als China.

    Tststs, den Teufel mit Beelzebub auszutreiben ist doch wohl keine Alternative. Ausserdem gehts eigentlich weniger um die USA an sich, als um eine Handvoll von Konzernen, die da alle zusammen im Silizium-Tal sitzen. Deren Marktstrategien, Vernetzungen und ständig fortschreitende Konzentration (Oracle und Sun ist dafür ja ein Beispiel) sollte man schon mal genauer betrachten. Open Source wurde ja genau deshalb ins Leben gerufen, um zu verhindern dass marktbeherrschende Konzerne die alleinige Kontrolle über bestimmte Teile des Informationsaustausches gewinnen. Startschuss war die Freigabe des Quellcodes durch Netscape, nachdem sie von MS an die Wand gedrückt wurden. Jeder Firefox-Nutzer muss denen heute noch dafür dankbar sein.

    Ich jedenfalls traue den Zusagen von Oracle genausoweit, wie ich den Eiffelturm werfen kann. Wenn die einmal die Kontrolle und den Markennamen haben, wer sollte sie davon abhalten das Teil auszuschlachten und den Markennamen vor die Hunde gehen zu lassen? Jede aktuell noch so ehrlich gemeinte Aussage wird doch spätestens dann von einer Aktionärsversammlung auf den Sondermüll geschmissen, wenns um den Reibach geht…
    Mich grausts, wenn ich seh was meine Glaskugel dazu sagt.

  12. vr sagt:

    Ich mach mir wegen MySQL überhaupt keinen Kopp. Wenn die baden gehen, gibts ne Alternative. Warum in diesem Fall kein Fork möglich sein soll, ist mir noch immer unklar, das wäre doch die entscheidende Frage, zu der hab ich nur den einen Hinweis (Artikel oben) mit dem vagen Hinweis aufs Markenrecht gefunden. Ob das dann MySQL oder YourSQL heisst ist aber doch wurst. Und Oracle könnte sich MySQL übers Klo hängen.

    Grüße, Volker

  13. guensi sagt:

    Ich mach mir wegen MySQL überhaupt keinen Kopp. Wenn die baden gehen, gibts ne Alternative. Warum in diesem Fall kein Fork möglich sein soll, ist mir noch immer unklar, das wäre doch die entscheidende Frage, zu der hab ich nur den einen Hinweis (Artikel oben) mit dem vagen Hinweis aufs Markenrecht gefunden. Ob das dann MySQL oder YourSQL heisst ist aber doch wurst. Und Oracle könnte sich MySQL übers Klo hängen.

    Nun das sehe ich doch mal ganz egoistisch aus Anwendersicht:
    - welchen Vorteil habe ich davon, dass MySQL nun bei Oracle wäre? Kann doch nur gut sein, die werden doch mit Sicherheit das ganze Potential ihrer hochbezahlten Spezialisten einsetzen, um diese kostenlose Platform bis zur Perfektion weiter zu entwickeln.

    - welchen Nachteil habe ich davon dass MySQL nun bei Oracle wäre? Das geringste Problem wäre, ich müsste statt MySQL-Befehlen YourSQL-Befehle benutzen. Und ob sich Oracle MySQL auf den A…. tätowieren lässt ist mir auch wurscht. Aktuell seh ich das Problem einfach noch in der ungeklärten Lage, wieviel von den wirklich wichtigen Bestandteilen mit dem Markennamen verknüpft sind. Kann ja sein das Juristen sich darüber freuen werden, dass sie sich jahrzehntelang darüber streiten können. Aber dem Anwender hat das bis zur Entscheidung längst den Spass verdorben.
    - klar es gibt noch Alternativen, aber mit dem Beseitigen des größten nicht kommerziellen Konkurrenten hätte der Hecht doch erst mal für Ruhe im Teich gesorgt. Und es wäre dann nur eine Frage der Zeit, bis er sich den nächsten aufmuckenden Fisch vornimmt.

  14. vr sagt:

    Die konkurrieren doch gar nicht, das hab ich doch schon mal versucht darzustellen. Die meisten MySQL-Anwendungen sind Webanwendungen, und da meistens so, dass die DB als dummer Dateneimer benutzt wird, da ist xtcM keine Ausnahme, die Logik steckt dort ausschließlich in der Anwendungsschicht. Selbst transaktionsartige Logik ist oft genug dorthin ausgelagert (Rad neu erfinden). Wer versucht, anspruchsvollere DB-Features bei MySQL zu benutzen, kommt sehr schnell an Grenzen, da vieles nur zusammengeschustert ist, damit man es bewerben kann, aber bei genauerem Hinsehen nicht hält, was es verspricht (Bspw Volltextsuche <-> Transaktionen, Trigger/Stored Procedures <-> Replikation und viele mehr).

    Oracle-Server werden aber vorwiegend als DB-Maschinen betrieben, wo die Geschäftslogik *in* der DB angesiedelt ist, indem typische Features eines RDBMS auch ausgenutzt werden: Transaktionen, Referentielle Integrität, Trigger, Stored Procedures, updatebare Views, OLAP-Funktionen wie zb Window Functions zur ABC-Analyse und Reporting etc, das ist ein komplett anderer Ansatz. Da braucht man außer der DB nur noch ein ‘dummes’ (Web-)Frontend.

    Zweitens werden die Provider nicht plötzlich Lizenzgebühren an Oracle zahlen, sondern im Ernstfall auf eine andere kostenlose Alternative ausweichen. Und sie werden auch keinen Oracle-Admin einstellen, den sie dann nämlich dringend brauchen, wenn Oracle ihnen ein Angebot macht, das sie nicht ablehnen können. Wobei auch MySQL bzgl. Wartung nicht ganz ohne ist, da gibts wartungsärmere Datenbanken. Apropos kostenlos: Bei ‘embedded’-Anwendungen, also bspw Desktopanwendungen, die mit MySQL ausgeliefert werden, ist MySQL übrigens nicht kostenlos.

    Drittens Bestandteile: MySQL hat dieses Baukastenkonzept der verschiedenen DB-Engines: MyIsam (der Klassiker, den wir auch einsetzen), InnoDB (für die, die mehr DB-typische Features wollen) und noch ein Sack voll weitere Geschmacksrichtungen. Vor 2 oder 3 Jahren hat Oracle ja bereits InnoDB gekauft. Da ging bei MySQL das erste Mal die Panik, weil Oracle damit die Kontrolle über MySQLs einzige transaktionsfähige Engine bekam. Prompt wurde daraufhin Jim Starkey, einer der Ur-Entwickler von Interbase (später als Berater und Autokrat bei Firebird, nach eigenen Aussagen in letzterer Hinsicht nicht so schlimm wie Monty) von MySQL eingekauft, um eine weitere transaktionsfähige Engine bereitzustellen, das wurde dann Falcon. Immerhin hatte MySQL 20 Jahre nach Interbase/Firebird damit die erste Engine mit Versioning Architektur, eine Technik, die dann auch für den MS SQL Server übernommen wurde, weil die vorher natürlich extreme Probleme mit ihrem Locking hatten.

    Aber jetzt schweif ich langsam ab …

    Grüße, Volker

  15. guensi sagt:

    Nun, dass Oracle und MySQL nicht direkt konkurrieren ist schon klar, hier geht es eher um die Ausweitung von Kontrolle. Die Konzentration von Technologien in einer Hand hat in der Vergangenheit selten zu revolutionären Neuerungen als vielmehr zu Schrumpfungen geführt. Eigentlich geht es gar nicht darum, im schlimmsten Fall auf eine Alternative ausweichen zu können, als vielmehr darum dass es möglicherweise zukünftig eine Alternative weniger gibt.
    Mag sein, dass diese Konzentrationsversuche den Einzelnen kalt lassen. Und dass es bei diesem Thema unendlich viele Differenzierungen gibt ist auch klar.
    Aber am Ende steht für mich eines, der Versuch einer handvoll von Konzernen möglichst viel der notwendigen Technologie in die Hand zu bekommen, um dann diktieren zu können wo der Hase langläuft. Wenn das alles so problemlos durchläuft, ist es nur eine Frage der Zeit bis Open-Source eine Randkultur wird, die sich ständig mit den Problemen der Rechteverwertung herum schlagen muss. Denn mal sollte immer bedenken, kein Konzern wird mal ne Milliarde locker machen, damit hinterher alles so bleibt wie es war. Hinter den Investitionen steckt immer auch Gewinnerwartung. Und gerade bei Oracle und Sun ist MySQL zwar ein Problem, aber was ist dann mit Java? Da steckt mit Sicherheit mehr Konfliktpotential drin. Noch eine Technologie die dann einem der Großen einverleibt wird. …

  16. vr sagt:

    Schon, aber mit MySQL ließ sich doch bisher nicht wirklich viel verdienen. Da sind zwar Millionen Installationen weltweit, aber wieviele davon sind bezahlt oder haben einen Wartungsvertrag?

    Und falls es Forks geben wird, die nicht mehr unter kommerzieller Kontrolle stehen, könnte das für die Community sogar gut sein, sieht man hier bei uns oder bei Joomla oder bei Forebird. MySQL hat teilweise jahrelang nix gemacht an bestimmten Ecken, aber immer irgendein gerade trendy Feature eingebaut oder angekündigt, statt grundlegende Sachen rund zu machen. Vielleicht muss man in Zukunft nicht mehr auf MySQL AB warten, bis da mal was passiert.

    Ist alles ein bisschen Spekulation, aber falls MySQL wirklich ausgeknipst wird, wird Bewegung in den OS-DB-Bereich kommen, da es der Platzhirsch war und insofern Alternativen allein durch sein allgegenwärtiges Vorhandensein bei Providern den Marktanteil streitig gemacht hat. Sicher nicht durch seine Qualität. Was IE bei Windows ist MySQL bei den Providern.

    Grüße, Volker

  17. Benny sagt:

    Ich sehe es hier ähnlich wie guensi.

    Es geht mehr um den Schutze von OS.
    Es kann einfach nicht angehn, das man sich ein OS-Projekt mit einer Menge Geld kauft und dann einfach damit macht was man will.

    Oder was würdest du sagen wenn Tomcraft auf einmal einfach sagen würde: “Hey da will wer XTM für nen Haufen Kohle kaufen, XTM wird ab sofort eingestellt”.

    Das wäre auch ein herber Schlag für uns oder?

  18. guensi sagt:

    vr sagte:
    Schon, aber mit MySQL ließ sich doch bisher nicht wirklich viel verdienen. Da sind zwar Millionen Installationen weltweit, aber wieviele davon sind bezahlt oder haben einen Wartungsvertrag?

    …Sicher nicht durch seine Qualität. Was IE bei Windows ist MySQL bei den Providern.

    Grüße, Volker

    Nun das trifft doch das was ich meine im Kern, hier gehts nicht um Kohle, hier gehts um Marktanteile und Macht an der Informationsverarbeitung. Das Beispiel IE mag man nur mal an der Entwicklung vom Netscape Navigator und MS ie nachvollziehen. Da gab es auch mal einen Browser der die Welt dominiert hat, heute gibt es ihn nicht mehr. Dafür gibts heute den ie.

    Klar wird es im Netz immer das kleine gallische Dorf geben, was sich unermüdlich der Eroberung entgegenstellt. Und das ist auch gut so, wenn nicht gar absolut notwendig für eine freie Entwicklung der Ideen.

    Dass es nach der Eliminierung von MySql zu einer neuen Entwicklungsexplosion von Open-Source Lösungen kommen wird ist doch die einzige Hoffnung die bleibt.

    Besser wäre es, wenn dieses System erst gar nicht vernichtet würde. Und mit vernichten meine ich nicht vom Markt nehmen, es reicht aus die Entwicklung ein Jahr auf Eis zu legen und eine kommerzielle Alternative anzubieten. Was werden die Provider, die ihren Kunden gegenüber verpflichtet sind dann machen?

    Alle Konzernmanager haben Clausewitz und SunTsu gelesen. Die wissen wie das geht.

  19. vr sagt:

    Aus der Geschichte kann die OS-Szene lernen. Wenn ein OS-System einem Laden gehört, und der so organisiert ist, dass er einfach gekauft werden kann, ist es grundsätzlich gefährdet.

    Und nachdem durch die Vorinstallation des IE Netscape gekillt war, wurde IE selber zum Opfer, da MS sich zu sicher fühlte und Firefox jahrelang Längen besser war/ist. 30% oder wieviel Firefox derzeit hat, ist kein gallisches Dorf mehr, das ist Südfrankreich.

    MySQL liegt doch schon geraume Zeit auf Eis, das meinte ich oben. Da wurden bspw OLAP-Features rangestrickt, aber man konnte nicht mal einen Trigger vernünftig benutzen.

    Grüße, Volker

  20. guensi sagt:

    Wo du recht hast hast du recht vr. Besser ist das so unabhängig zu sein, dass man erst gar nicht verkauft werden kann. Und der FF zeigt, dass der Kampf auch gegen Giganten nicht von vorne herein verloren ist.

    Aber, sollte MySQl schon länger am sterben sein – nun das wäre ein Argument. Aber es ist nun mal das mit Abstand führende Format für Datenbanken im OS Bereich. Warum sollte man das aufgeben, statt dafür zu kämpfen und es einer Wiederbelebung zuzuführen? So manches Projekt braucht nur einen Tritt in den Hintern um wieder in die Spur zu kommen. Und wer weiss schon, wieviel Energie da freigesetzt wird, wenn MySQL nicht mehr den Interessen von Sun untergeordnet wird?

  21. vr sagt:

    Sun war eigentlich gar nicht das Problem. Bei MySQL AB passierte schon vorher nicht viel. Interessant ist die Wikipedia-Seite dazu (die englische ist besser als die deutsche, letztere ist mehr so eine MySQL-Reklameseite). Unions wurden erst 2003!, Subselects 2004! und Stored Procedures, Triggers, Views Ende 2005! halbherzig eingebaut, allesamt Basisfeatures eines richtigen RDBMS. Zu dem Zeitpunkt hatten alle anderen nennenswerten RDBMS, OS oder closed source, diese Features von Anfang an oder seit Jahrzehnten drin, weil sie eben ein RDBMS ausmachen. Ich hab MySQL mal “Filesystem mit SQL-Schnittstelle” genannt. Wenn die SQL-Schnittstelle dann noch standardkonform wäre … Aus dem o.g. wikipedia-Artikel: “MySQL 5.1 and 6.0 showed poor performance when used for data warehousing” – Auf der MySQL-Seite: “One of the top use cases for the MySQL Server is data warehousing and analytics”. Also wenn die mal den Schwerpunkt vom Marketing-Gequatsche zur Entwicklung verlagern würden, hätt ich nix dagegen

    Wenn man sich anschaut, wie viele Provider noch 4er oder alte 5er Versionen laufen haben … die lassen das weiterlaufen, so lange es geht. Es kann ihnen ja keiner die Installation wegnehmen oder plötzlich Lizenzgebühren verlangen.

    Grüße, Volker

  22. guensi sagt:

    Nun werden wir ja sehen wo die Reise hingeht …

    http://www.powertext.ch/eu-kommission-erklart-dass-oracle-sun-ubernehmen-darf/100187/

  23. Tomcraft sagt:

    Egal wo die Reise hin geht, wir werden xtcModified schon irgendwie angepasst bekommen.

    Grüße

    Torsten

  24. vr sagt:

    Genau. Wenn wir morgen nach Postgres oder Firebird migrieren müssten, würde ich erstmal nen Schampus auf- und mich dann dranmachen.

    Grüße, Volker


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